Hollersirup

Blüht der Holunder bei euch noch? Ich hoffe doch, damit ihr auch noch in den Genuss von selbstgemachtem Hollersirup kommen könnt! Bei mir ist die schöne Pracht leider schon fast wieder vorbei… dieses Jahr ging es durch den sehr milden Winter und die warmen Frühlingstage dafür aber schon extrem früh los mit der Blüte.

Manchmal werden Holunderblüten sogar auf dem (Bauern)Markt angeboten oder sind Teil von Gemüse-Obst-Kistln. Wild sammeln ist aber, wie beim Bärlauch, auch beim Holler meine bevorzugte Bezugsquelle. Und wenn man die folgenden Punkte beachtet, auch absolut unkompliziert:

  1. Sammelt Holunderblüten nur an trockenen sonnigen Tagen, wenn es auch die vorigen 1-2 Tage schon trocken und sonnig war – derzeit wettertechnisch leider gar nicht so leicht zu erwischen. Für den Geschmack zahlt es sich aber aus, ggf. noch ein bisschen abzuwarten bzw. das Sammeln genau zu timen. Feuchte, oder an kühlen trüben Tagen gesammelte Holunderblüten duften wenig, schmecken fade, und ergeben auch nur einen entsprechend faden Sirup.
  2. Wählt Blüten, die gerade in Vollblüte stehen. Das heißt, vollständig geöffnet und voller Blütenstaub, aber gerade noch so, dass die kleinen Einzelblüten nicht alle abfallen, wenn ihr die Blüte berührt oder leicht schüttelt.
  3. Sammelt Holunderblüten (gilt prinzipiell aber für alles wild Gesammelte) nur abseits größerer oder stark befahrener Straßen. Und nur ab einer Höhe, die auch von (größeren) Hunden nicht mehr erreicht werden kann. Gewaschen werden sollten die Blüten nämlich auf gar keinen Fall. Das, was den Blüten und dann auch dem Sirup den Geschmack gibt, ist der Blütenstaub – wird der vor der Zubereitung abgewaschen, bleibt wenig übrig, was dem Sirup sein Aroma verleihen könnte.
  4. Lasst Blütendolden, die von (schwarzen) Blattläusen besiedelt sind, von vornherein hängen. Um sonstiges Krabbelgetier loszuwerden, reicht es, die Dolden 1-2 mal auf ein Küchentuch aufzutupfen – aber nicht zu heftig, damit nicht zu viel vom Blütenstaub abgeschüttelt wird. Übriggebliebene Insekten oder trockene Einzelblüten könnt ihr dann einfach noch von Hand auszupfen. Danach teilt ihr die kleineren “Unterdolden” mit einer Schere ab und sammelt sie am besten direkt in dem Gefäß, in dem ihr den Sirup ansetzen wollt. Die dicken grünen Stiele kommen weg.

Pro Liter Wasser benötigt ihr, je nach Größe der Blüten, 15-20 komplette Dolden. Die Menge an Zucker, Zitrone und Zitronensäure könnt ihr natürlich auch noch individuell eurem Geschmack anpassen. Allzu niedrig solltet ihr die Menge an Zitronensäure aber nicht wählen, da sie das einzige Konservierungsmittel darstellt, und der Sirup umso leichter verdirbt je niedriger die Zitronensäurekonzentration ist.
Wie bei allen Lebensmitteln, die nicht eingekocht, eingefroren oder auf sonstige Art zusätzlich haltbar gemacht werden, gilt natürlich auch hier, dass ihr bei der Zubereitung besonders gut auf die Hygiene achten solltet.

Haltbarkeit
Grundsätzlich ist der Sirup auch ohne zusätzlichen Einkochen einige Monate haltbar. Sollte sich auf der Oberfläche Schimmel bilden, sich die Farbe verändern, der Sirup seltsam schmecken, kann es natürlich sein, dass er verdorben ist und ihr ihn leider entsorgen müsst.
Außerdem kann es passieren, dass der Sirup anfängt zu fermentieren. Das wiederrum bedeutet nicht grundsätzlich, dass der Sirup verdorben ist. Ihr erkennt das daran, dass es beim Öffnen der Flasche zischt, so wie bei kohlensäurehaltigen Getränken. Der Sirup schmeckt in diesem Fall etwas säuerlicher und leicht prickelnd, aber nicht ungut oder verdorben.

Zutaten (pro Liter Sirup)
15-20 Holunderblütendolden, vorbereitet wie in Punkt 4 oben beschrieben
1 Liter Wasser
750 g Zucker
1 Zitrone (Bio)
15 g Zitronensäure

Zubereitung
Wasser und Zucker in einem Topf erhitzen, bis sich der Zucker komplett gelöst hat (aufkochen ist nicht unbedingt nötig), anschließend auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.Zitrone heiß abwaschen und in dünne Scheiben schneiden, Kerne falls vorhanden entfernen. Die Zitronenscheiben und die Zitronensäure zu den vorbereitete Holunderblüten geben und mit dem abgekühlten Sirup übergießen. Einige Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen, anschließend in den Kühlschrank (oder an einen anderen kühlen Ort) stellen und abgedeckt 2-3 Tage ziehen lassen.
Nach dieser Zeit den Sirup durch ein feines Sieb (ausgelegt mit einem Mulltuch oder einem sauberen Geschirrtuch) abgießen. In Flaschen abfüllen und kühl und dunkel lagern.

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