Bärlauchpesto

Frühling, Bärlauchzeit – wie jedes Jahr. Der Wald, in dem ich sammeln gehe, sieht aus wie immer um diese Jahreszeit: kahle Bäume, Schlüsselblumen, Leberblümchen, Veilchen, und Unmengen an Bärlauch.

Wenn man dort spazieren geht, ist es schwer vorstellbar, dass im Moment eigentlich gar nichts wie immer ist. Unsere gewohnte Welt ist durch Corona ganz schön aus den Fugen geraten, und es ist noch gar nicht absehbar, was noch kommen wird und wie.
Trotz aller Einschränkungen bin ich überzeugt, dass sämtliche Maßnahmen mehr als gerechtfertigt sind. Die Maßnahmen greifen ja bereits, aber ein paar Wochen müssen wir zumindest noch durchhalten, daher weiterhin: #stayathome !

Die angespannte Lage bietet uns aber auch Chancen und Möglichkeiten, die normalerweise keinen Platz in unserem vollgepackten und gehetzten Tagesplan haben. Z.B. einfach mal raus in die Natur gehen, den Frühling beobachten, lange Spaziergänge im Wald machen, Neues entdecken – vielleicht ja auch ein Fleckchen, das den Jahresvorrat an Bärlauch sichert.

Ich habe noch nie Bärlauch im Geschäft gekauft, obwohl er früher oder später im Frühling in jedem Supermarkt zu bekommen ist, in Österreich z.B. bei Merkur oder Billa. Von Ja! Natürlich für 1,50 – 2,00 Euro pro 100g – und in Plastik verpackt. Auf dem Markt gibt es ihn auch, meistens unverpackt. Ich bevorzuge aber selbst gesammelt, am liebsten früh morgens. Frischer geht es nicht, dazu gibt’s noch frische Luft und diese wunderbare Ruhe, die der Wald am Morgen ausstrahlt. Und gratis ist der selbst gesammelte Bärlauch außerdem.

Für diejenigen, die in oder süd-westlich um Wien wohnen – im Wienerwald, z.B. zwischen Liesing und Breitenfurt, wächst Bärlauch in Massen. An der Breitenfurter Straße kann man gut parken (oder mit dem Bus 253 oder 254, Station Bohattaweg hinfahren) und dann gegenüber von Nr. … einfach ein paar hundert Meter von der Straße weg in den Wald spazieren.

Leider schrecken viele Leute vom Selbst-sammeln zurück, aus Angst, dass sie statt Bärlauch etwas Giftiges erwischen könnten. Tatsächlich kann man Bärlauch – theoretisch – verwechseln. Z.B. mit den Blättern der Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen. In der Praxis merkt man aber selbst als unerfahrene Person sofort, ob man tatsächlich Bärlauch in der Hand hält oder nicht. Es gibt ein paar einfache Merkmale, und der Knoblauchgeruch ist wirklich unverwechselbar.
Im Internet findet man zahlreiche gute Anleitungen und Vergleiche von Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlosen, z.B. bei Plantura. Wer sich trotzdem noch sehr unsicher ist, findet im Familien- oder Freundeskreis aber bestimmt eine Person, die sich auskennt und dich mal zum Sammeln mitnehmen kann. Und im Notfall gibt’s dann ja noch den Bio-Bärlauch aus dem Gemüseregal im Supermarkt.

Ich finde ja, am allerbesten schmeckt Bärlauch frisch, z.B. mit Pasta, im Salat, oder ganz simpel fein geschnitten auf Butterbrot. Aber weil die Bärlauch-Saison nur so kurz dauert, mache ich zusätzlich immer einen größeren Vorrat an Pesto, das das restliche Jahr ausreicht. Für Flammkuchen, für Pasta oder Risotto, für Salatdressings, usw.

Zubereitung
Bärlauch gründlich waschen und grob zerkleinern. Mit zunächst wenig neutralem Öl (z.B. Rapsöl) und Salz pürieren. Nach und nach mehr Öl dazugeben und weiter pürieren, bis eine cremige Paste entsteht. Nach Geschmack mehr Salz dazugeben.

Das Pesto in (sterilisierte) Gläser füllen und mit einer Schicht Öl bedecken. Im Kühlschrank hält es sich so einige Wochen lang. Für noch längere Haltbarkeit einfach kleinere Portionen einfrieren (geht gut in Eiswürfelbehältern – gefroren können die Würfel dann in andere Behälter oder Sackerl umgefüllt werden).

Wer gerne etwas mehr “Biss” möchte, kann auch fein geschnittene Bärlauchblätter salzen, kurz stehen lassen, das ausgetretene Wasser abgießen, und die Blätter in sterilisierten Gläsern mit Öl bedeckt aufbewahren. Dafür eignet sich auch gut Olivenöl, das ich dann als aromatisiertes Öl z.B. für Salat verwende.

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